Jack Tramiel – Vater des Commodore 64 ist tot

Als 1982 der C64 auf der Consumer Electronics-Show vorgestellt wurde, begann eine kleine Revolution im Bereich der Computer: erstmals wurde ein PC für die breite Masse vorgestellt, der für alle Familien erschwinglich war – eine Kampfansage an den Macintosh und seine Schöpfer Steve Jobs und Steve Wozniack. Jack Tramiel, der Erfinder des Kult-Computers, ist am Ostersontag dieses Jahres im Alter 83 verstorben.

Bis heute gilt der Commodore 64 mit 30 Millionen Exemplaren als der Meistverkaufte Computer der Welt. Der hemdsärmelige Tramiel schaffte es mit Geschick und Geschäftssinn, die Marke Commodore über einen gewissen Zeitraum zum Marktführer der Computer zu etablieren. Der Holocaust-Überlebende krempelte den Schreibmaschinen-Konzern zu einem Softwareunternehmen um und war vor Microsofts Siegeszug der härteste Konkurrent von Apple. Als 1984 der gelernte Büromechaniker seinen Sohn im Führungsgremium unterbringen wollte, wurde er vom Aufsichtsrat abgesetzt. Tramiel heuerte daraufhin nach dem Verkauf der Commodore-Aktien beim Konkurrenten Atari an. Dort gelangen ihm wieder große Erfolge, wie zum Beispiel den Atari ST, der wie der Apple Macintosh über eine graphische Bedienungsfläche verfügte – und daher auch liebevoll „Jackintosh“ genannt wurde. Doch nach Flops wie dem Atari Jaguar und der zunehmenden Dominanz von Microsoft wurde Atari vom Festplatten-Hersteller JTS-Corp geschluckt. Tramiel lehnte daraufhin eine Führungsposition im Atari-Zweig JTS ab und zog sich in sein Privatleben zurück.

Jack Tramiel wird als Kämpfer und Visionär für den Computer für Jedermann in Erinnerung bleiben. Außerhalb der Welt von Bits und Bytes engagierte der aus Lodz stammende Tramiel sich als Förderer des Holocaust-Museums in Washington und für das Museum für die Geschichte der polnischen Juden in Warschau. Tramiel starb am 8. April 2012 im kalifornischen Monte Sereno im Kreise seiner Familie.

Bild: FlickreviewR 

Quelle: www.negativ-film.de

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